ASV Nendingen – VfK Schifferstadt Vorbericht

ASV Nendingen – VfK Schifferstadt Vorbericht

Bild: Peter Hanselmann 

Die Überflieger kommen

Samstag, 14.10.2017 – ab 19.30 Uhr
Mühlausporthalle Tuttlingen

Noch vor kurzem fragte sich Ringerdeutschland, ob der VfK Schifferstadt überhaupt eine Mannschaft zusammen bekäme, da immer nur von Abgängen die Rede war. Hier wurde jedoch nicht die Rechnung mit Markus Scherer (Olympia Silbermedaillengewinner 1984) gemacht, der schon in der Vergangenheit ein excellentes Scouting (siehe z.B. den Cubano-Italiener Frank Chamizo) betrieb und nun ein eingeschworenes Team aus Georgiern neu verpflichtete. Es ist eine Freude der Mannschaft zuzuschauen, wie sie sich gegenseitig anfeuern, egal ob Deutsch, Moldauisch oder Georgisch. Diese Gemeinschaft hat in einem Spitzenduell gegen den Meister aus Weingarten den Ausschlag gegeben. Alle Ringer waren schon Tage zuvor in Schifferstadt und sie bereiteten sich akribisch auf dieses enorm wichtige Duell vor. Das erste Duell des bekanntesten Vereins im deutschen Ringkampfsport. Wer kennt ihn nicht, den VfK Schifferstadt? Rekordmeister mit 10 Titeln. Den Kran von Schifferstadt, Wilfried Dietrich. Claudio Passarelli, Alexander Leipold, Paul Neff, Markus Scherer und noch viele viele mehr. Jüngster Spross der Schifferstädter Ringerschule ist der Olympia-Bronzemedaillist Denis Kudla.
Nach einem 18:3 gegen Weingarten in Top-Besetzung und einem 18:9 gegen Eisleben, gespickt mit russischer Weltklasse, kommen die Schifferstädter nun also nach Tuttlingen und treffen auf den ASV, der in Ispringen 5:14 verlor. Hieraus Rückschlüsse darauf zu ziehen, dass der Kampfverlauf einseitig wird, wäre jedoch weit verfrüht. Der ASV Nendingen rechnet sich sehr gute Chancen auf einen knappen Sieg aus. Nachdem Ashhar Laghari in Ispringen kurzfristig wegen einer Lungenentzündung und Herzrythmusstörungen ins Krankenhaus musste (wir wünschen ihm auf diesem Weg eine gute Besserung!), ist der ASV nun mit der georgischen Nr. 1, Levan Arbuli, in dieser Kategorie bestens gerüstet. Die Rückenverletzung von Daniel Cataraga scheint nun auch ausgestanden zu sein und Publikumsliebling Nikolai Ceban brennt auf seinen ersten Einsatz. Es ist somit garantiert, dass es 10 Kämpfe auf höchstem Niveau geben wird.

Auf 59 kg im freien Stil, wird mit unserem Neuzugang Yurji (Hans) Holub, der erste Israeli, der bisher in der höchsten deutschen Klasse antrat, vermutlich auf den Junioren-Vizeweltmeister Lasha Talakhabze treffen, welcher sich bisher sicher gegen Alexandru Chirtoaca und den Russen Rasul Mashezov durchsetzen konnte. Wie bekannt, müssen sich Neuzugänge erst einmal an die außergewöhnliche Atmosphäre in der 1.Liga gewöhnen, wobei Yurji hier schon sehr gute Ansätze in Ispringen gezeigt hat und nur knapp (Konter in der letzten Aktion) verlor. Eine knappe Niederlage wäre auch gegen Schifferstadt zu erhoffen, wobei in den leichten Gewichtsklassen viel möglich ist.

Daraufhin folgt vermutlich das Duell der georgischen Giganten. Iakobi Kajaia hat auf sich aufmerksam gemacht, als er den Schweden Johann Euren (3. Platz Olympische Spiele) mit 9:0 wegfegte, Das ist Johann in vielen Bundesliga-Jahren noch nie passiert. Danach deklassierte Kajaia den Russen Dimitri Firsov gar mit 15:0! Unser Neuzugang Levan Arabuli ist jedoch derzeit gar die Nr.1 in Georgien, wobei Levan viel Gewicht machen muss und Kajaia somit leichter Favorit ist.

Levan Kvjaradze (Vize-Junioren-Europameister) ist die nächste georgische Granate, die Markus Scherer bisher auf die Matte geschickt hat. Der Ex-Nendinger Maxim Mamulat wurde von ihm geschultert und gegen Manrikos Theodoridis feierte er einen 10:6 Sieg. Benji hat jedoch schon oft bewiesen, dass er mit solchen Weltklasseathleten mithalten und eine Niederlage in Grenzen halten kann. Mit seiner Cleverness ist ihm gegen seinen jungen Gegner viel zuzutrauen.

Freistil, 98 kg: Mamuka Kordzaia, wieder ein junger, hungriger Georgier. Zweiter Juniorenweltmeister. Er gewann knapp gegen William Harth und verlor mit 0:5 gegen den Russen Urishev. Wer sich an die knappen Duelle von Niko gegen William Harth erinnert, kann sich ausrechnen, dass es ein sehr enges Duell geben wird.

Im letzten Kampf vor der Pause, wird vermutlich Maxim Perpelita auf seinen Bruder Andrej treffen. Im letzten Duell in der Bundesliga setzte sich knapp der jüngere Maxim, durch. In der Republik Moldau bekommt jedoch immer noch Andrej international den Vorzug. Wir bauen hier auf den Erfolg der Erfahrung. Sollte der ASV mit 3 Punkten Rückstand in die Pause gehen, wären einem grandiosen Finale Tür und Tor geöffnet.

Unser Neuzugang Ivan Polisciuc trifft dann wahrscheinlich auf Georgi Meli – natürlich auch aus Georgien, natürlich wieder blutjung (Juniorenweltmeister), natürlich wieder bisher alles gewonnen – und wird hier versuchen, eine Niederlage in Grenzen zu halten.

Nun beginnt hoffentlich die Nendinger Aufholjagd. Sollte Daniel Cataraga nicht wieder Probleme mit seinem Rücken bekommen, dann müsste der Georgier Manukhar Tskhadaia, schlagbar für ihn sein. Wobei Tskhadaia seine beiden Kämpfe bisher gewann und 2012 die Bronzemedaille bei Olympia geholt hat! Dies wird natürlich wieder ein sehr spannender Kampf.

Wer hätte das gedacht? Auch der vermeintliche Gegner von Pjotr Ianulov hat bisher beide Kämpfe gewonnen und das gegen hochklassige Konkurrenz. Jedoch muss Pjotr gegen den Deutschen gewinnen, um seine Mannschaft im Rennen zu halten. Nach seiner großartigen Leistung gegen Ispringen, ist ihm dies zuzutrauen.

Auf 75 Freistil trifft ein Samet Dülger in hervorragender Form, wohl auf Taril Gaprindashvili (3. Juniorenweltmeister), den siebten und letzten Georgier im Schifferstädter Aufgebot. Dies wird sicher ein Duell auf Augenhöhe und Samet muss versuchen, den Rückstand im Gesamtergebnis so eng wie möglich zu gestalten…

…denn nun folgt Nenad Zugaj! Bisher trat hier Ilyas Özdemir an. Nenad ist zuzutrauen, gegen seinen deutschen Gegner, die Mannschaft auf die Siegesstrasse zu bringen. Sollte Nendingen vor diesem Duell aufholbar hinten liegen, dann brennt die Bude!!!

Wir können uns auf 10 hochklassige Duelle freuen und erhoffen den ersten Sieg, damit der Kampf um die beiden Finalkämpfe spannend bleibt.
Dem Publikum wünschen wir jetzt schon viel Spaß!

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