Drama pur! Germanen nach Video-Beweis im Finale

Drama pur! Germanen nach Video-Beweis im Finale

Der Boden vibrierte, die Menge tobte. Als Mattenleiter Uwe Steuler sich die letzte Szene dieses dramatischen Halbfinal-Rückkampfs nochmal anschaute und seine Entscheidung zu Gunsten der Gastgeber korrigierte, kannte der Jubel im Hexenkessel Mineralix-Arena keine Grenzen mehr. Die Germanen stehen erstmals im Finale der Deutschen Ringerliga!

9:5 hieß es am Ende eines an Spannung kaum zu überbietenden Nordbaden-Derbys zwischen Weingarten und Ispringen. Mit großer Moral und auch einem bisschen Glück drehten die Germanen nach der 10:11-Niederlage im Hinkampf den Spieß noch um und greifen im Februar gegen Schifferstadt nun nach dem Titel. „Es war das erwartet enge Match. Die Erleichterung ist natürlich riesig“, sagte der sportliche Leiter Sebastian Mayer nach der Nervenschlacht.

Luis Orta hatte zum Auftakt gegen den Ex-Weingartener Roman Amoyan dank der letzten Wertung knapp die Nase vorn und bescherte den Germanen den ersten Mannschaftszähler, anschließend zeigte Schwergewicht Magomedgadzhi Nurasulov gegen den WM-Dritten Nicholas Gwiazdowski einen starken Kampf, verlor nach 4:0-Führung aber noch unglücklich mit 4:5. Eine miserable Vorstellung lieferte hingegen Vasyl Shuptar ab. Gegen den jungen Arsen Harutyunyan gelang dem Ukrainer während der kompletten sechs Minuten kein ernstzunehmender Angriff und so unterlag er letztlich verdient mit 0:6. Deutlich besser machte es Routinier Maksim Safaryan. Gegen den rund sieben Kilogramm leichteren Roberti Kobliashvili fuhr der Russe einen souveränen 4:0-Erfolg ein und brachte die Germanen somit wieder in die Spur. Einen weiteren – nicht einkalkulierten – Punkt sackte im letzten Gefecht vor der Pause dann noch Maxim Mamulat ein. Gegen den konditionsschwachen Hassan Hassan Mohammed siegte der Moldawier mühelos mit 2:0.

Eines von vielen Duellen auf Augenhöhe lieferten sich die Russen Arsen-Ali Musalaliev und Zelimkhan Minkailov. Der Ispringer behielt letztlich hauchdünn die Oberhand und schaffte durch seinen 3:2-Erfolg den Ausgleich. Hoch her ging es einmal mehr auch zwischen Alejandro Valdes und Vladimer Khinchegashvili. Eine Woche, nachdem er ihn sensationell auf die Schultern zwingen konnte, zeigte Weingartens Publikumsliebling gegen den Olympiasieger von Rio eine weitere technisch höchst anspruchsvolle Leistung und gewann verdient mit 9:5. Überragende Defensivarbeit bot anschließend Jan Fischer gegen Weltmeister Peter Bacsi. Sechs Minuten lang wehrte der Ex-Köllerbacher sämtliche Angriffe des favorisierten Ungarn ab und verlor nur durch Passivitäts-Punkte mit 0:2. Da Karapet Chalyan sich danach erstaunlich locker mit 4:0 gegen Igor Besleaga durchsetzen konnte, lag es an Magomed Khadigmagomedov, gegen den unbequemen und technisch mindestens ebenbürtigen Israil Kasumov das Final-Ticket ins Ziel zu bringen. In einem hitzigen Gefecht kämpften die beiden Russen verbissen um jeden Zentimeter und jede noch so kleine Wertung. Mit der Schlusssirene brachte der zwischenzeitlich am Knie lädierte Kasumov seinen Kontrahenten dann tatsächlich nochmal zu Boden, Kampfrichter Steuler zeigte vier Punkte an und den Weingartenern gefroren die Gesichtszüge. Doch nach Ansicht der Videobilder zog Steuler seine Entscheidung zurück, gab beiden Ringern zwei Punkte – und den Gästen aus Ispringen damit den Rest.

Der noch amtierende Meister ist entthront, Weingarten nur noch zwei Schritte vom ersten Titelgewinn in der DRL entfernt. Am 2. und 9. Februar stehen die Finals gegen Schifferstadt an. Es riecht nach den brisantesten badisch-pfälzischen Derbys seit Jahren!

(Quelle: https://svgermania04.de)

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