Team Saitiev Eupen startet in der DRL

Team Saitiev Eupen startet in der DRL

Nach den gescheiterten Verhandlungen mit dem KSV Schriesheim wird das Team Saitiev Eupen die sechste Mannschaft in der DRL. Der Name des belgischen Klubs ist angelehnt an die russischen Olympiasieger Buvasiar und Adam Saitiev.

Eupen gehört zur Region Ostbelgien. Die 20.000-Einwohner-Stadt ist die Hauptstadt der deutschsprachigen Region.

Wer steckt hinter dem Team Saitiev Eupen?

Issa Gambulatov hat das Team 2015 in Eupen gegründet. Der gebürtige Tschetschene ist im Jahr 2001 nach Belgien ausgewandert und lernte zuvor in seiner Heimat Deutsch. Deshalb zog es ihn in den Osten des Landes. In der Region um Eupen leben knapp 80.000 deutsche Muttersprachler. Der 54-jährige ist internationaler Kampfrichter und Präsident der belgischen Organisation „Vaynakh“ für Integration im Sport und der Kultur. „Vaynakh“ ist der Name einer tschetschenischen Minderheit im russischen Dagestan, der Gambulatov angehört. 

Gambulatovs Verbindung zu den Saitiev-Brüdern

Seine Herkunft ist auch der Grund für den Teamnamen. Die Brüder Buvasiar and Adam Saitiev sind ebenfalls Tschetschenen. Teamchef Gambulatov ist mit ihnen verwandt und ihr Repräsentant in Europa. Alle drei sind in der Ringerhochburg Khasavyurt in Dagestan aufgewachsen. Der Name Saitiev besitzt im Ringen eine weltweite Strahlkraft. Vor allem dank dem älteren Bruder Buvasiar. Der Weltergewichtler gilt als der stärkste Ringer aller Zeiten. Für Russland gewann der Freistilspezialist zwischen 1995 und 2008 dreimal olympisches Gold und sechs WM-Titel.

(von links nach rechts) Teamnamensgeber Buvasiar Saitiev, Teamchef Issa Gambulatov und Trainer Marat Dzeitov. Foto: Team Saitiev Eupen

Von der Popularität der Saitiev-Brüder wird nun auch die Deutsche Ringerliga profitieren. Die DRL-Geschäftsführung hofft durch den Start vom Team Saitiev Eupen auf weitere russische Spitzensportler in der Liga. Gambulatov bestätigt diesen Trend: „Immer mehr starke Russen kämpfen in der DRL, das sorgt im Land für Aufsehen. Sogar der amtierende Olympiasieger Abdulrashid Sadulaev hat sich bei mir über die Ringerliga erkundigt.“

Wie kam der Kontakt zur DRL zu Stande?

Durch die exzellenten Kontakte von Issa Gambulatov nach Khasavyurt könnten bald weitere Ausnahmekönner aus Tschetschenien und Dagestan in der DRL auflaufen. Diese Kontakte waren auch der Grund für den DRL-Start des Team Saitiev Eupen. Gambulatov war in den vergangenen Jahren als Ringervermittler für den KSV Ispringen tätig.

Der Hintergrund: Er kennt den KSV-Trainer Alexander Leipold sehr gut aus dessen aktiver Zeit. Leipold war im Freistilweltergewicht einer der Rivalen von Buvasiar Saitiev. „Alex Leipold hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen kann, mit meinem Team in der DRL zu starten. Unsere Kämpfer sowie der Vorstand haben diese Idee direkt unterstützt, dann haben wir unsere Zusage gegeben“, so Teamchef Gambulatov.  

DRL-Start ist eine Win-Win-Situation

In der Region baut das Team Saitiev Eupen auf die Unterstützung des Sportverbandes der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Der Verband sucht nach Möglichkeiten die deutsche Minderheit in der Öffentlichkeit stärker zu repräsentieren. „Dazu können wir mit internationalen Ringkämpfen auf Topniveau einen großen Beitrag leisten“, erklärt Gambulatov. Für Ihn ist die DRL-Teilnahme eine Win-Win-Situation für alle drei Beteiligten. „Durch unseren Start erhält mein Team, die DRL und der belgische Sportverband eine höhere Medienaufmerksamkeit. Das kann den Ringkampfsport nur fördern.“

Wie wird der Kader aussehen?

Der 54-jährige Teamchef setzt auf seine jungen Talente. Viele darunter sind wie er als gebürtige Russen nach Belgien ausgewandert. Der enge Austausch zwischen der Ringerhochburg Khasavyurt und Eupen spielt für Gambulatov eine essenzielle Rolle. „Die Jungs bereiten sich gerade in Khasavyurt auf die Saison vor. Dort in Dagestan können sie von den Besten lernen“, fügt der 54-jährige hinzu. In der Tat kommen viele der stärksten Freistilringer aus Dagestan. Wie Abdulrashid Sadulaev, Dauren Kurugliev oder der Neu-Eislebener Nurmagomed Gadzhiev.

Deshalb möchte Issa Gambulatov zusätzlich zu seinen jungen Talenten weitere Top-Sportler aus seiner Heimat verpflichten. Während Gambulatov vor allem die Freistiler im Blick hat, kümmert sich sein Trainer Marat Dzeitov um die Verpflichtungen im griechisch-römischen Stil. Die DRL-Fans dürfen gespannt sein, mit welchen Kämpfern sich das neue Team Saitiev Eupen in der Liga behaupten wird.  

(bk)

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