Stellungnahme der DRL zur Veröffentlichung eines Interviews von Hr. Daniel Wozniak auf der Homepage des DRB vom 13.01.2017 „Die Tür ist immer offen“

Am 06.01.2017 hatte der DRB, vertreten durch den Präsidenten Manfred Werner, den Vizepräsidenten Günter Maienschein und den Sportdirektor Jannis Zamanduridis, in Werdau gegenüber den dort anwesenden Vertretern der Vereine aus den Landesverbänden Sachsens und Sachsen-Anhalts erklärt, die Äußerungen von Hr. Wozniak würden eine Privatmeinung darstellen, die nicht die offizielle Meinung des DRB sei.

Das macht es einfacher, über die vielen Unrichtigkeiten und unvollständigen Sachverhaltswidergaben im Interview hinwegzusehen, die den DRB zwar in ein besseres Licht rücken wollen, ohne jedoch einer faktischen Prüfung standzuhalten.

Wenden wir uns dem Kern zu:

Die DRL hat schon lange Gesprächsbereitschaft signalisiert und sogar einen Vermittler angeboten.

Wenn man auf der Homepage des DRB öffentlichkeitswirksam unmittelbar vor der Tagung der Vereine und Landesorganisationen am 14.01.2017 in Aschaffenburg mitteilt: „ die Tür steht immer offen“ gibt es eigentlich keinen Grund mehr, nicht miteinander zu reden. Mag der DRB sich also an Taten messen lassen!

Die DRL ist gerne bereit, Kurt Beck erneut als Vermittler anzufragen.

Im Interview des Hr. Wozniak wird (auf Nachfrage zu dem seit 03.12.2016 vorliegenden und veröffentlichten Eckpunktepapier der DRL) der Eindruck vermittelt, man läge in den Zielen eigentlich nicht auseinander, es gehe um Detailfragen. Man verlange aber die Vorlage von Konzepten.

Dazu sagt die DRL kurz: Gut, reden wir!

Schon im Vorfeld eines Gesprächs kann man bei genauem Studium des seit 03.12.2016 öffentlich bekannten Eckpunktepapiers zum Thema Konzepte folgendes sagen:

  • Die vom DRB im Interview angeführte Jugendarbeit soll nach dem Eckpunktepapier im DRB, in den LO, in den Vereinen bleiben. Wir gehen nicht davon aus, dass der DRB insoweit ernsthaft von der DRL Konzepte erwartet.
  • Identisch verhält es sich mit den Kadern und Kaderathleten: Auch diese sollen nach dem Eckpunktepapier im DRB und den LO bleiben. Auch insoweit gehen wir nicht davon aus, dass seitens der DRL Konzepte vonnöten wären. Auch eine Kollision mit DOSB bzw. Bundesministerium des Inneren ergibt sich nicht.
  • Es verbleibt also (siehe Eckpunktepapier) nur der Bereich der Lizenzligen, der als bezahlter Sport im steuerrechtlichen Sinne dem gemeinnützigen DRB ohnehin eine gesonderte Behandlung (bspw. hinsichtlich der Mehrwertsteuer) auferlegt.

Hier haben die Vereine ihre Erwartung klar formuliert: die eigenverantwortliche Gestaltung der bisherigen Lizenzligen auf der Grundlage demokratischer Entscheidungsprozesse durch die beteiligten Vereine.

Selbstverständlich erfolgt die eigenverantwortliche Gestaltung auf Grundlage des internationalen Regelwerks (mit geringfügigen Modifikationen, wie sie auch der DRB für das Mannschaftsringen seit jeher vorgenommen hat, bspw. hinsichtlich der Mannschaftswertung) und auf der Grundlage der maßgeblichen internationalen und nationalen Anti-Doping-Bestimmungen durchgeführt werden. Zu letzterem ist zu ergänzen, dass das Eckpunktepapier anbietet, dies auch über den DRB zu tun, der durch sein aktuelles Regelwerk zentrale Verantwortlichkeiten auf die NADA und das Deutsche Sportschiedsgericht übertragen hat.

So ergeben sich unter dem Strich etliche Punkte der Zusammenarbeit zwischen dem DRB und den Lizenzligen, die (nach dem Vorbild anderer Sportarten wie Fußball, Handball, Eishockey etc.) durch einen Kooperationsvertrag abgebildet werden sollen. Dies mag ein Detail der Verhandlungen sein, ebenso, welche Leistungen der DRB den Lizenzligen zu welchem angemessenen Entgelt zur Verfügung stellen möchte (bspw. Kampfrichter).

Wie in den anderen Sportarten auch bildet der Kooperationsvertrag das gemeinsame Dach zwischen dem allgemeinen Bereich (DRB) und dem Profisport (DRL).

Die Eigenständigkeit bedeutet auch Eigenverantwortung. Die notwendigen Konzepte bestehen und werden von den Teilnehmern der Profiliga gemeinsam verabschiedet bzw. angepasst – auf demokratischer, eigenverantwortlicher Basis und durch unmittelbare, direkte Mitbestimmung jedes teilnehmenden Teams. Dazu sind die mündigen Vereine ohne weiteres willens und in der Lage.

Insoweit mag es ein Missverständnis seitens des DRB sein, hier Konzepte einzufordern. Nicht der DRB ist insoweit Adressat, sondern die sich eigenverantwortlich organisierenden Profiteams (wie im Fußball durch die DFL, im Handball durch die HBL, im Eishockey durch die DEL).

Die DRL hat in ihrem Eckpunktepapier dem DRB zudem die Möglichkeit angeboten, an diesen demokratischen Entscheidungsprozessen unmittelbar teilzuhaben: nämlich durch Mitgliedschaft in der DRL. Das ist ein Angebot, aber kein Muss. Im Übrigen sieht das Eckpunktepapier wechselseitige Informations- und Beratungsanregungen vor – stets auf Gegenseitigkeit. Auch das ist ein Angebot, aber kein Muss.

Alles in allem ein faires Konzept, wenn man seitens des DRB bereit ist, die Eigenverantwortung der Clubs im Profibereich zuzulassen und die Zukunft des Profisports über den Kooperationsvertrag gemeinsam mit der DRL zu gestalten. Ein Konzept, das seine Tauglichkeit in anderen Sportarten bereits bewiesen hat. Ein Konzept, das geeignet ist, die zerfallenden Ligen und Vereine wieder zusammenzuführen.

Die Tür der DRL ist für Gespräche immer offen – wenn dies auch für den DRB gilt, mögen nun Taten folgen!

Ihre DRL

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