Der VfK Schifferstadt ist DRL-Meister 2019

Der VfK Schifferstadt ist DRL-Meister 2019

14 lange Jahre nach dem letzten Titelgewinn sichert sich der VfK Schifferstadt die Meisterschaft in der Deutschen Ringerliga. Nach dem klaren Sieg im Hinkampf (15:7) beweisen die Pfälzer auch in der restlos ausverkauften Walzbachhalle in Weingarten ihre Extraklasse und besiegen die Germanen mit 9:6. Beide Mannschaften gewinnen beim Rückkampf jeweils fünf Kämpfe, die deutlicheren Siege verzeichnen jedoch die Gäste aus Schifferstadt. In der Summe gewinnt Schifferstadt das Finale deutlich mit 24:13 und wird verdient Deutscher Meister.

Die Fans von Germania Weingarten wussten, dass ein hartes Stück Arbeit auf ihre Mannschaft warten würde. Um den 8-Punkte-Rückstand aus dem Hinkampf aufholen und vor heimischem Publikum noch die Meisterschaft feiern zu können, müsste wirklich alles perfekt ablaufen. Auch wenn das Comeback nicht glückte: Die 1300 Zuschauer in der Walzbachhalle sollten ihr Kommen nicht bereuen. Denn sie wurden Zeuge eines großartigen Finalkampfs, der neben einer tollen Atmosphäre auf den Rängen auch Spannung in jedem einzelnen Kampf und Ringen auf Weltklasseniveau bot.

Der Auftakt in den Kampfabend sollte aus Germania-Sicht gelingen: Dem in dieser DRL-Saison ungeschlagenen Kubaner Luis Orta gelang zum Auftakt in einem offensiv geführten Kampf ein 2:0-Punktsieg gegen seinen 22-jährigen Kontrahenten Zhora Abovian. Der Ukrainer in Diensten des VfK hatte seine bis dato einzige Niederlage gegen Orta kassiert und konnte auch im Auftaktkampf des Abends dem Kubaner wenig entgegensetzen.

Im Kampf der Schwergewichte nominierte der VfK Schifferstadt zur Überraschung vieler mit Alexander Hushtyn einen nur 99-Kilogramm schweren Athleten, der im Hinkampf noch in der Kategorie 97-Kilo Freistil angetreten war. Beim VfK erhoffte man sich wohl, mit dem sich in blendender Form befindenden Vize-Europameister von 2018 einen wendigen Athleten mit guter Beinarbeit gegen den starken Russen Magomed Nurasulov stellen zu können. Und der Plan ging recht gut auf: Zwar musste sich der Bulgare dem 12 Kilogramm schwereren Favoriten Nurasulov knapp geschlagen geben, verhinderte jedoch durch eine starke Defensivleistung eine höhere Niederlage.
Die ersten Punkte des Abends für den VfK Schifferstadt sollte anschließend Zelimkhan Abakarov einfahren. Wie schon in der Hauptrunde musste sich Weingartens Vasyl Shupter gegen den Russen Abakarov deutlich geschlagen geben, der jeden Angriff geschickt abwehren konnte.

Im vierten Kampf sollte der VfK Schifferstadt punkten. VfK-Ringer Javid Hamzatau holte einen knappen Punktsieg über den 37-jährigen Maksim Safarian und glich zum 3:3 aus.

Kurz vor der Pause bot sich den Zuschauern dann ein Offensivspektakel. Weingartens Maxim Mamulat ging wohl mit jeder Menge Wut in den Kampf gegen Sanal Semenov und wollte das Resultat aus dem Hinkampf schnell vergessen machen. Semenov hatte vor einer Woche den ehemaligen Nendinger nach knapp vier Minuten per Schultersieg abgefertigt. Diesmal sollte Semenov deutlich mehr gefordert werden, setzte sich gegen den couragiert kämpfenden Mamulat aber mit einem 2:0-Punktsieg durch.

Nach dem 3:5 Halbzeitstand war der Vorsprung des VfK Schifferstadt bereits auf insgesamt 10 Punkte angewachsen. Im erwartet engen russischen Duell zwischen Arsen Musasaliev und Arik Shebzukov konnte sich der SVG-Ringer trotz Punktgleichheit knapp durchsetzen. Shebzukov wurde dabei eine Verwarnung zum Verhängnis. Trotz des Punktgewinns lieg den Germanen nun langsam die Zeit davon, um dem VfK die Meisterschaft noch entreißen zu können.

Anschließend kam es zum mit Spannung erwarteten Rückkampf zwischen Alejandro Valdes und Bajrang Punia. Im Hinkampf war Punia bei seinem DRL-Debüt ein überraschen deutlicher Sieg über Weingartens Sieggaranten Valdes gelungen. Nun brannte der Kubaner auf Revanche vor heimischer Kulisse und startete auch deutlich besser als in der Vorwoche. Auch der zweite Kampf zwischen Valdes und Punia stellte sich als packende, offensiv geprägte Auseinandersetzung heraus. Kurz vor der Halbzeit gelang es Punia durch einen blitzschnellen Angriff, Valdes auf die Schulter zu werfen und die Führung zu übernehmen. In der zweiten Halbzeit konnte der indische Vize-Weltmeister dann die Kontrolle über den Kampf übernehmen. Dabei wirkte Valdes nicht mehr frisch genug, um seinem Schifferstädter Gegner etwas entgegensetzen zu können. Punia holte damit zwei vorentscheidende Punkte.

„Den Deckel drauf“ machte anschließend Lasha Gobadze. Der Georgier besiegte Weingartens Defensivkünstler Jan Fischer und sorgte dafür, dass auch rein rechnerisch zwei Kämpfe vor Schluss die Meisterschaft des VfK Schifferstadt in trockenen Tüchern war. Durch Siege von Karapet Chalyan und Magomed Kadimagomedov gelangen Germania Weingarten noch zwei Erfolge zum Abschluss. Beide Fanlager hatten sich zu diesem Zeitpunkt längst erhoben und ihre Mannschaften durch Gesänge gefeiert.

Beim VfK Schifferstadt gab es nach Kampfende kein Halten mehr: Die Meister-T-Shirts wurden übergezogen, der Champagner floss und mit den mitgereisten Fans die Meisterschaft gefeiert.

Über den Verlauf der Saison hat Schifferstadt die in der Spitze und Breite beste Mannschaft gehabt und ist verdient Deutscher Meister 2019 geworden.

Die Kommentare sind geschloßen.